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Das Läuferknie - was ist das?
Das Läuferknie heisst so, weil es typischerweise beim Laufen auftritt.
Es wird auch als iliotibiales Bandsyndrom bezeichnet, weil die Sehne, welche vom Beckenknochen (Os ilium) zum Scheinbein (Tibia) zieht, auf der Aussenseite oberhalb des Knies am Rollhügel des Oberschenkels reibt.
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Das Läuferknie kommt bei trainierten und untrainierten Sportlern vor!
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Beschwerden beim "Läuferknie"
Die Beschwerden sind oft ganz typisch. Mit dem genauen Erfragen der Symptome kann der Verdacht auf ein Läuferknie oft schon gestellt werden:
1. Bei einem "beginnenden" Läuferknie ist Velofahren und Schwimmen praktisch immer ohne Probleme möglich, da bei diesen Sportarten die Belastungen auf das Knie geringer sind.
2. Die Schmerzen sind immer auf der Aussenseite des Knies, etwas oberhalb des Gelenkspaltes, meistens an der Oberkante des Rollhügels des Oberschenkels.
3. Häufig ist der Betroffene im Alltag völlig beschwerdefrei.
4. Meistens kann er auch einige Minuten beschwerdefrei laufen, bis die Schmerzen wieder auftauchen.
5. Die Beschwerden sind nach wenigen Stunden oder einigen Tagen wieder weg und kommen beim nächsten Lauftraining wieder.
6. Das Knie sieht völlig normal aus, also keine Schwellung und keine Rötung.
7. Bei starken Beschwerden kann der Eindruck einer Verletzung des Meniskus oder des Seitenbandes entstehen und somit zu weiteren Untersuchungen wie Röntgenbilder oder MRI führen.
8. Das Röntgenbild und das MRI zeigen meistens keine Befunde.
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Wo liegt das "iliotibiale Band", medizinisch "Tractus iliotibialis" genannt?
Die Sehne ist lang und geht vom Beckenkamm bis zur Aussenseite des Schienbeines. Zuoberst wird sie von einem Muskel angespannt, dem sogenannten "Spanner" des Traktus iliotibilalis (für die Lateiner heisst der Muskel "Musculus tensor fasciae latae". Das Band oder Sehne oder Faszie - die Benennung ist äusserst verwirrlich - stabilisiert das Bein beim Gehen oder kann das Bein nach aussen ziehen. Es ähnelt dem Generalstabsstreifen der Schweizer Uniform, um es bildlich zu sagen, oder dem Streifen der Sporthose der unten abgebildeten Sportlerin.
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Warum tut das Läuferknie nur beim Laufen weh?
Das Band liegt bei gestrecktem Bein vor der Knieachse, also auch vor dem Rollhügel des Oberschenkels. Wenn das Knie gebogen wird, wandert das Band hinter die Achse und muss am Rollhügel vorbeigleiten gleiten. Ein Schleimbeutel sorgt dafür, dass das Band praktisch ohne Reibung nach hinten gleiten kann. Beim Strecken geht es wieder in die andere Richtung, so dass die Position wieder gewechselt werden muss.
Ursache der Schmerzen ist häufig eine Schwellung und Entzündung des Schleimbeutel. Dadurch ist weniger Platz vorhanden und die Beschwerden werden stärker, weil die Reibung grösser wird. Damit kann erklärt werden, warum die ersten Minuten beim Joggen noch gut gehen und dann der Schmerz immer stärker werden kann.
Es gibt zahlreiche Gründe, warum es zu einer Schleimbeutelentzündung kommen kann. Grundsätzlich ist eine Person für das Läuferknie gefährdet, wenn der Druck des Bandes auf den Schleimbeutel, bzw. auf den Rollhügel des Oberschenkels zu gross wird.
Beim Laufen ist der Druck höher als beim Velofahren oder Schwimmen, weil grössere Kräfte wirken und das Band beim Auftreten gespannt wird. Zudem wird beim Velofahren das Knie nie ganz gestreckt, damit ist der Reibeffekt weniger gross als beim Laufen.
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Schlechte Schuhe und Fussfehlstellungen führen zu einer vermehrten Innendrehung des Knies und damit zu einer vermehrten Spannung des Bandes, das dann mehr am Knochen und Schleimbeutel reibt.
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Mögliche Ursachen für das Läuferknie
Es gibt zahlreiche Gründe, warum ein Läuferknie auftreten kann:
Training:
- zu intensives Training (zu schnell, zu viel bergauf und bergab)
- zu einseitiges Training (immer gleich, immer auf Teer)
- zu lange Trainingseinheiten
- schlechte Fitness und zu viel Training
Körperbau:
- Vermehrt nach innengedrehte Knie
- Knick-/Senkfüsse
- Verhärtungen im "Spanner" des Bandes bei Hüftbeschwerden, bei Beckenschiefstand, bei Blockade des ISG, bei Rückenbeschwerden
- Verkürzung des Musculus tensor fasciae latae (Muskel, der Band spannt beim Becken oben)
- Übergewicht
Ausrüstung:
- schlechte Schuhe
- immer die gleichen Schuhe
- zu alte Schuhe, zu alte Einlagen
- zu wenig warme Kleider bei kaltem Wetter
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Checkliste
Checken Sie folgende Punkte:
1. Ist ihr (falsches) Training eine Ursache, dass Sie Schmerzen haben? Wenn ja, dann planen Sie besser oder lassen Sie sich beraten!
2. Schonen Sie sich einige Zeit! Betreiben Sie Alternativtrainings wie Schwimmen, Velofahren, Inline oder Aqua-fit. Alles, was nicht weh tut, ist erlaubt! Oder machen Sie einfach mal Pause!
3. Brauchen Sie neue Schuhe?
4. Wenden Sie mehrere, verschiedene Schuhe für das Training an?
5. Haben Sie Knick-/Senkfüsse? Wenn ja, stützt Ihr Schuh den Fuss genügend?
6. Brauchen Sie Einlagen?
7. Sind Ihre Einlagen schon älter als 2 Jahre?
8. Knicken Ihre Knie beim Laufen nach innen?
9. Laufen Sie auf wechselndem Untergrund? Nicht zuviel auf Asphalt? Probieren Sie es auf der Finnenbahn oder auf Waldboden.
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Therapiemöglichkeiten
1. bei starken Schmerzen lindert Kälte (Eis,kaltes Wasser)
2. bei schon länger bestehenden Schmerzen kein Eis anwenden, sondern mit einer Salbe am Schmerzpunkt zweimal im Tag mit etwas Druck 5-10 Minuten massieren.
3. Schmerzplaster mindestens über Nacht anwenden (z.b. Flector-Pflaster)
4. Physiotherapie mit entzündungshemmenden Massnahmen
5. Dennen der Muskulatur, evt Massage
6. Bei Verhärtungen Magnesium einnehmen!
7. bei starken Schmerzen und bevorstehendem Wettkampf kann eine Kur mit entzündungshemmenden Mitteln für 5-7 Tage gemacht werden
8. falls alle obengenannten Therapien nicht zum Ziel führen, kann eine lokale Cortisonspritze helfen. Achtung: Training nach der Spritze mit Arzt absprechen!
9. Bei nicht therapierbaren Schmerzen kann eine Operation mit Entfernung des Schleimbeutels und Abtragen eines Teils des Rollhügels zur Schmerzfreiheit führen!
10. Checken Sie, ob Sie bei der obengenannen Checkliste alles richtig machen!
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