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Wichtige Messgrössen
Die Laktatmessung im Blut ist heute einfach und braucht nur ein wenig Blut vom Ohrläppchen oder von der Fingerkuppe. Dennoch hat sich die Messung bisher nur richtig bei der Leistungsmessung von Sportlern durchgesetzt.
Dies erstaunt, denn die Messung der Laktatwerte, auf Deutsch auch Milchsäure genannt, gibt viele Informationen:
1. Wie lange kann eine Person leisten - ohne wesentlich anzusäuren?
2. Wie sehen die Laktatwerte am Schluss einer Belastung aus?
3. Wie gut ist die anaerobe Schwelle?
4. Kann eine Person die Laktatwerte durch Training senken?
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Die Blutabnahme am Ohrläppchen ist einfach und schmerzlos!
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Was ist Laktat?
Laktat ist der medizinische Begriff für Milchsäure. Jede Zelle kann Laktat bilden, um Energie zu gewinnen und zwar Energie ohne Sauerstoff, sogenannt "anaerobe" Energie. Nicht nur die Muskelzellen können das, sondern jede Zelle im Körper.
Diese anaerobe Energieform ist wie eine stille Reserve, damit die Zelle bei einem ungenügenden Angebot an Sauerstoff nicht erstickt. Besonders gefordert sind die Muskelzellen, insbesondere die Skelettmuskulatur und die Herzmuskeln. Letzere dürfen nie überfordert werden, da sonst unsere "Pumpe" ausfällt und wir das "Zeitliche segnen". Deshalb sind die Herzmuskeln sogar befähigt, Laktat selber für die Energiegewinnung zu brauchen.
Die Energiegewinnung im Körper ist komplex, aber faszinierend!
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Energiegewinnung - einfach gemacht!
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Schema der Energiegewinnung herunterladen...
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Verständnis der Energiegewinnung entscheidend wichtig!
Die Wechselwirkungen bei der Energiegewinnung sind so wichtig, dass Sportler, Ärzte und Trainer das obenstehende Schema komplett verstehen sollten. Drucken Sie es aus und machen Sie mit uns die Wanderung durch das "Kraftwerk Mensch".
Um dem anspruchsvollen Thema gerecht zu werden, haben wir eine eigene Seite "Energiegewinnung im Körper" eröffnet, die Sie mit dem untenstehenden Link besuchen können.
Viel Spass beim Lesen!
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Die Laktatkurve - kein Mysterium!
Die Interpretation der Laktatkurve bereitet immer wieder etwas Kopfzerbrechen!
Gerade aber diese "unerklärlichen" Ausnahmen können wichtige Hinweise auf gesundheitliche Probleme geben.
Lesen Sie auf dieser Seite die Antworten auf die obengestellten, grundsätzlichen Fragen. Wenn Sie mehr über den Laktattest als Leistungstest erfahren wollen, wechseln Sie auf die Seite "Laktattests" mit unten stehendem Klick.
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1. Wie lange kann jemand leisten - ohne wesentlich anzusäuern?
Diese Frage ist für die Beurteilung der körperlichen Leistungfähigkeit wesentlich. Aber auch für die allgemeine Gesundheit und die Stoffwechsellage spielt diese Frage eine grosse Rolle.
Unten sehen Sie die Herzfrequenz- und Laktatkurven von zwei verschiedenen Personen:
Links die Werte eines ca. 60 jährigen Mannes, der vor 2 Jahren einen Herzinfarkt erlitt und nun aber wieder gesund und fit ist (=Person A)
Rechts die Werte eines jungen, gut trainierten Velofahrers (= Person B).
Vergleichen Sie die beiden Testresulate und suchen die grossen Unterschiede:
1. A hat den Test bei einer Leistung beendet, bei der B noch nicht angefangen hat.
Die Maximalleistung von A ist mehr als viermal kleiner als bei B.
2. Die maximale Herzfrequenz von A ist mehr als 40 Schläge/min tiefer, weil A älter ist, A einen Betablocker einnimmt und sich A vielleicht auch weniger belasten konnte oder wollte als B.
3. Die maximalen Laktatwerte von A sind deutlich kleiner (4.9 mmol/l) als von B (8.0 mmol/l). Das heisst, dass B sich muskulär (laktatmässig) deutlich besser ausbelasten konnte als A. Gründe dafür können ein schlechteres Stehvermögen von A, eine schlechtere Motivation, der B-Blocker oder eine gewisse Vorsicht der testenden Person sein.
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Person A links ist weniger fit als Person B!
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2. Was sagen maximale Laktatwerte aus?
Die maximalen Laktatwerte sagen etwas aus über die muskuläre Auslastung der Testperson. Dabei spielen die Motivation, das Stehvermögen, die Belastungsform und -intensität und die Konstitution der Person eine grosse Rolle. Sprintertypen, also schnellkräftige Leute können schneller und mehr ansäuern als Ausdauertypen.
Je nach Sportart werden unterschiedliche maximale Laktatwerte gesehen:
weniger als 10 mmol/l:
Ausdauerwettkämpfe, Spielsportarten, weniger körperlich anstrengende Sportarten wie Curling, Golf etc.
10-15 mmol/l:
100m/200m Sprint, 1500m-Lauf, Ringen, Judo, Schwingen
15-25 mmol/l:
400m Lauf, Rudern, 800m- Lauf
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Maximale Laktatwerte bei Leistungstests
Bei Ausdauertests mit 3-Minuten-Stufen werden selten höhere Werte als 15 mmol/l gemessen.
Für die maximalen Laktatwerte gelten folgende Interpretationsmöglichkeiten:
kleiner als 6 mmol/l:
muskulär nicht vollständig ausbelastet, da
-zu wenig motiviert
-durch ein anderes Organsystem gebremst
(Lunge: Asthma, Herz: Angina pectoris)
-Ausdauertyp mit vielen langsamen Fasern
6-8 mmol/l:
normale muskuläre Auslastung
8-10 mmol/l:
gute muskuläre Auslastung
mehr als 10 mmol/l:
gutes Stehvemögen: gute Fähigkeit, in die Säure hinein zu leisten.
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3. Wie gut ist die anaerobe Schwelle?
Die anaerobe Schwelle ist ein wichtiges Mass für die Beurteilung der Ausdauerleistungsfähigkeit und zur Bestimmung der Trainingsempfehlungen unentbehrlich.
Es gibt zahlreiche Konzepte für die Bestimmung der anaeroben Schwelle: wir verwenden die von Swiss Olympic im Rahmen der Qualitätssicherung vorgeschlagene Methode ausgehend von der 4-mmol/l-Leistung. Je nach den vorhandenen Werten wird die Schwelle noch nach oben oder unten korrigiert.
Je grösser die Leistung an der anaeroben Schwelle, desto besser ist die Person trainiert. Ein Guttrainierter kann etwa eine Stunde lang bei der Schwellenintensität leisten, ein Untrainierter etwa 20 Minuten.
Es gibt Richtwerte für verschiedene Sportarten für Männer und Frauen.
Diese sind im "Praxis"-Artikel "Trainingsberatung in der Allgemeinmedizin" von Toni Held im Jahr 1995 publiziert worden und immer noch gültig.
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4. Kann eine Person durch Training die Laktatwerte senken?
Mit einem Verlaufstest nach 3-6 Monaten kann der Trainingserfolg überprüft werden.
Dabei sollten die Laktatwerte auf einer bestimmten Belastung tiefer sein, die Herzfrequenz- und Borgwerte ebenfalls und die Maximalleistung sollte bei gleichem maximalem Laktat gesteigert werden können.
Hier folgt ein eindrückliches Beispiel eines Velofahrers vor und nach dem Wintertraining:
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Klare Verbeserung der Werte nach 4 Monaten Wintertraining (grüne Werte): Der Velofahrer kann nun länger ohne Übersäuerung fahren, hat eine verbesserte Maximalleistung bei eher tieferen maximalen Laktatwerten. Die anaerobe Schwelle ist natürlich auch deutlich besser.
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Die Entwicklung der Herzfrequenzwerte zeigt in die gleiche, sehr postive Richtung: Deutlich tiefere Herzfrequenzen nach 4 Monaten Training auf einer bestimmten Belastung!
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Auch das subjektive Belastungsempfinden nach Borg ist deutlich besser geworden: weniger "Schmerzen" bei gleicher Belastung
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